KARIBU-Projekt

Kenia • Kongo • Nigeria

Seit 2007 begleiten und fördern wir das KARIBU-Projekt in Kenia. Schwerpunkt dieses Hilfs- und Herzensprojekts unserer Mitarbeiterin Christiane Paschke ist die Prävention von Kinderblindheit durch Früherkennung und rechtzeitige Behandlung kindlicher Augenerkrankungen.

Nach ihrem mehrjährigen Aufenthalt in Kenia als Orthoptistin mit Lehrtätigkeit hat Frau Paschke das Projekt zusammen mit der kenianischen Augenärztin Dr. Margaret Njuguna entwickelt. Einmal im Jahr besucht sie die Projektstandorte, leitet dort Workshops für kindermedizinisches Fachpersonal und stellt sicher, dass die Hilfe den bedürftigen Kindern unmittelbar zugutekommt.

Neben der langjährigen Direkthilfe für Kenia unterstützen wir Frau Paschke auch bei ihren Bemühungen, die Früherkennung kindlicher Augenerkrankungen in anderen afrikanischen Ländern zu verbessern.

Urheber der auf dieser Seite verwendten Bilder: Christiane Paschke


KARIBU-Projekt 2023 und 2024 – Kenia und Demokratische Republik Kongo

KENIA:
Im Februar 2023 besuchte ich mit den kenianischen Projekt-Kolleginnen nach einer zweijährigen Zwangspause durch Covid-19 wieder Projektstandorte in Homa Bay und Kakamega, beide im Westen Kenias gelegen. Ziel war die erneute Sensibilisierung für die Früherkennung kindlicher Augenerkrankungen und der praktische Unterricht für Community Nurses sowie die Verbesserung der Refraktionsermittlung und Brillenabgabe bei Kindern.

DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO:
Der Schwerpunkt des seit 2003 bestehenden Kooperationsprojekts der Universität Rostock und des St. Joseph Hospitals Kinshasa liegt in der operativen Versorgung von blinden Kindern mit beidseits angeborener oder früh erworbener Katarakt und der postoperativen Brillenversorgung und Follow-Up.

Vor meinem ersten Besuch im Sommer 2022 wurden bei Vorschulkindern, die noch nicht lesen konnten, keine standardisierten Visusprüfungen durchgeführt. Deshalb haben wir seitdem LEA-Teste (HEIDI-Paddles und LEA-Symbole) für die prä- und postoperative Visusprüfung eingeführt. Im Oktober 2023 und März 2024 führten wir in Kinshasa Unterricht und praktische Workshops zum Thema „Setting Standards in Vision Assessment in pre-school Children“ für Klinikärzte, Studenten, das kooperierende Rehabilitationszentrum RAC und dessen Community Workers und Volunteers durch. Die Refraktionsbestimmung per Skiaskopie wurde vor 2022 selten und qualitativ nicht zufriedenstellend durchgeführt, die Messung per Autorefraktometer war bei dieser Klientel nur selten möglich. Insbesondere gilt dies für Kinder mit dichter zentraler Katarakt, sehr kleiner optischer Lücke und Nachstar. Dabei erwies sich die Untersuchung mit LED-Skiaskop als deutlich den bisher üblichen Skiaskopen überlegen und ermöglichte in den meisten Fällen gute Untersuchungsergebnisse. Da im Land nur sehr eingeschränkt und zu sehr hohen Kosten zylindrische Brillenglaskorrekturen verfügbar und von den meisten Eltern nicht bezahlbar sind, haben wir im März 2024 begonnen, nur sphärische Äquivalente zu verordnen. Alle operierten Kinder im Vorschulalter erhalten nun eine Nahkorrektur mit einer altersgerechten, standardisierten Addition für ihre jeweilige „Arbeitsdistanz“. Die Durchführung einer postoperativen Amblyopietherapie per Okklusion ist aufgrund der massiven Deprivationsamblyopien nur in Einzelfällen möglich – auch hierfür wurden zwei unterschiedliche Therapiemöglichkeiten erarbeitet. Die allgemeine Aufklärung über Visusentwicklung und deren Bedeutung für das weitere Wohlergehen des Kindes, Früherkennung, zeitige Weiterleitung an eine entsprechend ausgestattete Augenklinik und Operation sowie adäquate Nachsorge bleiben in einem der ärmsten Länder Afrikas Herausforderung und Aufgabe. Weitere Besuche und Unterricht sind im August und Oktober/November geplant.

 

Besuch im Quartier Kinshasa
Kinshasa_Auswertung Refraktion
Klinik St. Joseph HEIDI
Klinik St. Joseph_Skiaskopie
Practicals_LEA-Symbols
Unterricht CFOAC


KARIBU-Projekt Oktober 2021 – Nairobi

Vom 09.10.2021 bis 20.10.2021 war unsere Mitarbeiterin Frau Paschke in Kenia, um an der University of Nairobi die gemeinsame Spendenlieferung des DKVB, der Stiftung Schlitzohren, HEINE Optotechnik und TRUSETAL VERBANDSTOFFWERK GMBH gemeinsam mit Frau Dr. Njuguna (Paediatric Ophthalmologist), zu sichten und die Verteilung für die KARIBU-Standorte zu besprechen und vorzubereiten. Zudem hat sie einen Projektbesuch auf der Insel LAMU in der kleinen Augenabteilung des LAMU Referral Hospital bei Hrn. Roba Duba (Ophthalmic Clinical Officer) gemacht.

Bei einer Übergabezeremonie im Department of Ophthalmology der University of Nairobi waren auch einige der 40 in Weiterbildung zum Augenarzt befindlichen „Studenten“ anwesend.

Erstmalig steht mit dem Retinomax nun ein portables Refraktometer / Keratometer für die Arbeit in der Augenklinik und den mobilen Einsatz zur Verfügung.

 

Untersuchung in der Augenklinik (Dr. Njambi)
Erste Übung im Department (Dr. Njuguna)
Retinomax
Übergabe der Spende an das Department of Ophthalmology (Dr. Stephen Gichuhi)
Weiterbildungsassistenten im Department
Spendenübergabe an Dr. Gichuhi

 

KARIBU-Update 2018

KARIBU-Update 2018

Anfang dieses Jahres fand der KARIBU-Workshop erstmals in Kerugoya in der Nähe des Mount Kenya statt. Insgesamt nahmen 10 Schwestern und Pfleger aus verschiedenen Kinderabteilungen des ortsansässigen Krankenhauses an der 4-tägigen Schulung teil. Schwerpunkte im theoretischen Teil des Workshops waren ernsthafte kindliche Augenerkrankungen sowie deren Früherkennung und Behandlung. Im praktischen Teil wurden Kinder auf der Kinderstation und in einer Grundschule gescreent.

Am Mittwoch der KARIBU-Woche besuchte Victor, ein 20-jähriger junger Mann, die Augenklinik. Er war eines der kleinen Kinder, die im Jahr 2000 auf Initiative der deutschen Mitarbeiter der Universitäts-Augenklinik in Nairobi und mithilfe von Frau Paschke zur Behandlung ihrer Erkrankung nach Deutschland geflogen wurden. Victor litt an einem bösartigen Augentumor (Retinoblastom). Ohne eine frühzeitige Behandlung ist der Fortlauf dieser Augenerkrankung tödlich.

Victors rechtes Auge wurde im Universitätsklinikum Essen entfernt, das linke Auge bestrahlt. Es weist nun eine Sehschärfe von 30 % auf. Die rechte Augenhöhle des jungen Mannes muss nun operativ neu versorgt und eine neue Augenprothese angefertigt werden. Dafür stehen Gelder aus dem KARIBU-Notfallfonds zur Verfügung.

Als Folge eines Hirntumors, der 2006 operiert wurde, besteht bei Victor eine Epilepsie, die medikamentös behandelt werden muss. Trotz dieses Schicksals ist Victor ein offener und munterer junger Mann.

Für alle Workshop-Teilnehmer war es sehr berührend, einen Patienten kennenzulernen, der ohne die frühzeitig eingeleitete Behandlung seines Retinoblastoms nicht überlebt hätte.

KARIBU-Update 2018
KARIBU-Update 2018
KARIBU-Update 2018